llhamm noch immer ein Mobilfunkloch ist

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Im Mai 2022 waren auf dem Gelände der Raiffeisen-Warengenossenschaft an der Bahnhofstraße die Silos abgerissen worden - das letzte sichtbare Zeichen von Bemühungen um einen Mobilfunkmast in Stollhamm.

Warum Stollhamm noch immer ein Mobilfunkloch ist

20 Jahre ist die Suche nach einem Standort für einen Mobilfunkmast alt. Er würde es den Stollhammern ermöglichen, endlich ihre Handys ohne Einschränkungen zu nutzen. Doch das Happy End der unendlichen Geschichte lässt weiter auf sich warten.

Es funkt noch immer nicht

Mobilfunkmast in Stollhamm lässt weiter auf sich warten - Firma ist überlastet

In Butjadingen ist es ein geflügeltes Wort: Wenn ein Projekt zum Abschluss gelangt, nachdem es sich wie eine unendliche Geschichte hingezogen hat, dann macht Bürgermeister Axel Linneweber gerne „’ne kleine Fanta mit Schirmchen“ auf. Anlass dazu wird es auch geben, wenn in Stollhamm endlich ein Mobilfunkmast steht.

Kalt stellen kann der Bürgermeister die Fanta schon mal. Bis er sie auch öffnen kann, werden aber noch Monate ins Land gehen. Die Fachfirma, die den Mast im Auftrag der Telekom errichten soll, kommt laut Axel Linneweber gegen die Vielzahl an Aufträgen nicht an.


Aneinanderreihung von Fehl- und Rückschlägen

Wer in Stollhamm mit dem Handy telefonieren möchte, muss viel Geduld haben, weil das Gespräch sehr wahrscheinlich immer wieder unterbrochen wird. Der Ort ist ein weißer Fleck auf der Mobilfunk-Landkarte - und der Versuch, daran etwas zu ändern, eine Aneinanderreihung von Fehl- und Rückschlägen.

Die Suche nach einem Standort für einen Funkmast, mit dem die Mobilfunkversorgung in Stollhamm verbessert werden könnte, ist mehr als 20 Jahre alt. Die Firma Mannesmann wollte um die Jahrtausendwende einen Mast errichten lassen und scheiterte an einem geeigneten Standort. Die Deutsche Telekom sucht mit Hilfe der Gemeinde nun ebenfalls schon seit etlichen Jahren.


Anwohner am Sportplatz legen ihr Veto ein

Zunächst hatte es gut ausgesehen für eine Fläche auf dem Stollhammer Sportplatz, die die Gemeinde der Telekom zur Miete anbieten wollte. Die Sache platzte, weil Anwohner ihr Veto einlegten. Danach war das Gelände des Entwässerungsverbands an der Seefelder Straße der favorisierte Standort. Doch um ihn zu nutzen, hätte es einer Baulasteintragung für das Grundstück eines Nachbarn bedurft, die dieser verweigerte.

Nun zieht sich die Angelegenheit zwar noch immer hin, doch Bürgermeister Axel Linneweber ist zuversichtlich, dass es nicht erneut einen Rückschlag gibt. „So nah dran wie jetzt waren wir noch nie“, sagt er.

Gar nicht lange, nachdem sich der Standort beim Entwässerungsverband zerschlagen hatte, hatte die Gemeinde Gespräche mit der Raiffeisen-Warengenossenschaft Butjadingen-Seefeld eG aufgenommen - und damit einen Erfolg gelandet. Die RWG willigte ein, die alten Silotürme an der Bahnhofstraße abzureißen, eine dortige Waage zurückzubauen und das Gelände an die Telekom zu verpachten.


Alte Silotürme der RWG im Mai 2022 abgerissen

Im Oktober 2021 beschoss der Rat, dass sich die Gemeinde mit 10.000 Euro an den Abrisskosten beteiligt. Seit Mai 2022 sind die Silos Geschichte. Und dann - passiert zumindest vor den Kulissen gar nichts.

Dahinter hat Axel Linneweber zuletzt im November mit der Deutschen Funkturm AG aus Hamburg, die den Mast in Stollhamm für die Telekom aufstellen will, ein Gespräch geführt. Dabei hat er erfahren, dass die Firma angesichts der vielen Aufträge, die sie abarbeiten muss, kaum noch hinterherkommt. Entsprechend werde sich das Projekt in Stollhamm verzögern.

In Butjadingen kursieren längst Gerüchte, dass sich der RWG-Standort auch schon wieder erledigt habe. Das weist Axel Linneweber zurück. Vielmehr will die Deutsche Funkturm nach seinen Informationen noch in diesem Monat den Bauantrag stellen. Falls dann alles reibungslos und ohne jede weitere Verzögerung läuft, könnte der Bürgermeister zum Ende des Jahres die kleine Fanta aufmachen.

Ein Problem ist die Mobilfunkversorgung nicht allein in Stollhamm. Auch in Fedderwardersiel und Waddens gibt es Lücken. Über weitere Masten werden Gespräche geführt. Berichten könne er über diese laufenden Verhandlungen aber nicht, so Bürgermeister Axel Linneweber.

Bestehende Masten werden hier und da durch neue Antennen aufgerüstet. „Das läuft sehr geräuschlos ab“, sagt Axel Linneweber - die Bürger merken es nur, indem das Netz besser wird.

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Erstellt:
16. Januar 2023, 17:14 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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