Gemeinde gleich vier Feuerwehrhäuser bauen will

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Zu einem funktionierenden Brandschutz gehören mehr als Martinshorn und Blaulicht. In Wurster Nordseeküste sollen vier neue Feuerwehrhäuser auf einmal entstehen.

Wenn eine Gemeinde gleich vier Feuerwehrhäuser bauen will

Die Gemeinde Wurster Nordseeküste will vier Feuerwehrhäuser bauen. In einem Teilnahmeverfahren werden Planungsbüro oder Bietergemeinschaft gesucht.

Planer für vier Häuser gesucht

Die Gemeinde Wurster Nordseeküste will vier Feuerwehrhäuser auf einmal bauen - Vergabeverfahren

Das Bauvolumen steht fest, nun sucht die Gemeinde Wurster Nordseeküste einen Planungspartner für ihr bislang größtes Investitionsvorhaben - den Bau von vier Feuerwehrhäusern. Die Pläne sind ehrgeizig, und die Zeit drängt.

Vier Feuerwehrhäuser auf einen Schlag - noch existiert das bislang umfangreichste Bauvorhaben der Gemeinde Wurster Nordseeküste nur auf dem Papier. Ein Vorhaben, das laut Bürgermeister Marcus Itjen ein Investitionsvolumen von mehr als 12 Millionen Euro umfasst. Das Land Niedersachsen wird 4,2 Millionen Euro zur Gesamtsumme beisteuern. Der Zeitplan für die Realisierung des Vorhabens ist ambitioniert, bis Ende 2026 sollen alle vier Feuerwehrhäuser betriebsbereit sein. In der Ratssitzung am 15. Dezember sollen die Gemeinderatspolitiker die nächsten Verfahrensschritte beschließen.


Vier Feuerwehrhäuser auf einen Streich

Das Verfahren fällt aus dem Rahmen, denn normalerweise baut eine Kommune im Abstand von mehreren Jahren oder Jahrzehnten neue Feuerwehrhäuser. In der Gemeinde Wurster Nordseeküste müssen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes aber gleich für mehrere Feuerwehrhäuser neue Fahrzeuge beschafft werden. Fahrzeuge, die so groß sind, dass sie die räumlichen Kapazitäten der aktuellen Feuerwehrhäuser sprengen. So hat es der von einem externen Experten erstellte Feuerwehrbedarfsplan 2018 festgestellt. Am dringendsten braucht die Gemeinde neue Feuerwehrhäuser für die Freiwilligen Wehren in Nordholz, Dorum, Wremen und in Midlum.


Vergabe an einen Generalunternehmer geplant

Nach den Erfahrungen mit dem 2020 in Cappel-Neufeld fertiggestellten Feuerwehrhaus, bei dem sich die Kosten innerhalb der Planungsphase fast verdoppelt hatten, geht die Gemeinde davon aus, dass die Vergabe von vier Feuerwehrhäusern an einen einzigen Generalunternehmer wirtschaftlichtlicher sein wird, die knappen personellen Kapazitäten im Bauamt schont und schneller zum Ziel führen wird.

Inzwischen wurde der erste Auftrag vergeben - an die GVP Infraconsult GmbH, ein Rechtsberatungsbüro aus Bremen, das auf diese Art des Bauens, sogenannte öffentlich-private Partnerschaften, spezialisiert ist. Die Berater sollen laufend überprüfen, ob die Auftragsvergabe an einen Generalunternehmer tatsächlich wirtschaftlicher ist als die Einzelvergabe. Das sei Bedingung des Landes gewesen, so Itjen. „Weil das Ganze ein relativ großes Volumen umfasst, will das Land sicherstellen, dass wir sauber arbeiten mit dem Geld, das uns anvertraut wird, dass wir gründlich vorgehen und keine Schnitzer einbauen.“


Planungsbüro soll vier Feuerwehrhäuser zeitgleich realisieren

In Kürze soll die Suche nach einem Planungsbüro beginnen, das die vier weitgehend identischen Feuerwehrgerätehäuser zeitgleich realisiert. Einen Unterschied wird es allerdings geben: Die Zahl der Einstellplätze für Feuerwehrfahrzeuge wird je nach Standort und Aufgaben der jeweiligen Wehr verschieden ausfallen.

Geplant ist ein sogenanntes Vergabeverfahren mit Teilnahmewettbewerb, damit bei der Auswahl des Büros oder der Bietergemeinschaft neben dem Honorar auch andere Faktoren, etwa Referenzen, einfließen können, erläuterte Bürgermeister Marcus Itjen in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde am Donnerstagabend in Wremen. Um eine Ausschreibung komme die Gemeinde angesichts des Bauvolumens von mehr als zwölf Millionen Euro ohnehin nicht herum.


Vergabeverfahren beginnt mit Teilnahmewettbewerb

Wenn der Rat die Gemeinde in seiner nächsten Sitzung am 15. Dezember beauftragt, das Vergabeverfahren einzuleiten, startet dieses mit dem Teilnahmewettbewerb. Erst im anschließenden Verhandlungsverfahren werden mindestens drei und maximal fünf Büros aufgefordert, Erstangebote abzugeben. Danach entscheidet sich die Gemeinde für einen Planer, mit dem sie dann die Vor- und Entwurfsplanung für alle vier Feuerwehrhäuser in Angriff nimmt.

Nach Auskunft der Gemeine veranschlagt GVP, das Beratungsbüro der Gemeinde, für das Verfahren sechs bis sieben Monate. In dieser Zeit gilt es für die Gemeinde, alle Standorte für die neuen Feuerwehrhäuser zu klären und - soweit erforderlich - erforderliche Grundstückskäufe abzuschließen. Detaillierte Zeitplanungen werde die Gemeinde - vielleicht schon bis zur Sitzung des Rates am 15. Dezember - nachreichen.

„Wir werden das Vorhaben gern unterstützen, weil es auch Synergien schafft, wenn man vier Feuerwehrhäuser auf einmal baut“, kommentierte Ratsmitglied Henry Kowalewski (SPD) die Pläne der Gemeinde. Der Bauausschuss empfahl dem Rat am Donnerstag einstimmig, der Einleitung des Vergabeverfahrens zuzustimmen.

 Gemeinde gleich vier Feuerwehrhäuser bauen will

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Vier für fünf: Die Ortsfeuerwehren Nordholz (oben links, im Uhrzeigersinn), Dorum, Midlum, Deichsende und Wremen sollen neue Feuerwehrhäuser erhalten. Besonderheit: Für die Einsatzkräfte von Nordholz und Deichsende ist ein gemeinsames Gebäude geplant.

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Erstellt:
2. Dezember 2022, 12:26 Uhr
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