wird die Sanierung des Aquafit wirklich?

© Kurth

Für die Sanierung des Hallenbads in Zeven sind mittlerweile 18,2 Millionen Euro vorgesehen - oder gar noch mehr, das wird erst die Ausschreibung zeigen.

Wie teuer wird die Sanierung des Aquafit wirklich?

Zu viel Geld wird in der Samtgemeinde Zeven ausgegeben, um den Haushalt auszugleichen. Die Lücke von 2,5 Millionen Euro wird aus den Rücklagen geschlossen.

Überschüsse gleichen Haushalt aus

Überschüsse früherer Jahre gleichen den Haushalt der Samtgemeinde Zeven aus

Viel Geld wird in der Samtgemeinde Zeven ausgegeben und investiert - zu viel, um den Haushalt auszugleichen. Die Lücke von 2,5 Millionen Euro wird aus den Rücklagen geschlossen. Und so hat der Samtgemeinderat den Etat einstimmig beschlossen.

Bürgermeister Henning Fricke sprach die besondere Entwicklung des Jahres 2022 an: „Wenn wir uns dieses Jahr anschauen, haben wir im Frühjahr doch alle gedacht, jetzt nach Corona können wir gut durchstarten, die Kommunalwahlen hatten wir hinter uns gelassen, die neuen Ausschüsse waren gebildet. Es sollte endlich etwas Normalität einkehren. Doch dann kam irgendwie alles anders. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine war unvorstellbar. Die Auswirkungen konnte man nicht fassen und machen auch heute noch fassungslos.“

Der Ratshauschef zählte wichitge Aufgabenbereiche der Kommune auf, darunter auch die Herausforderungen aus dem Klimawandel und der Energiewende. „Freiflächen-Photovoltaikkataster, Vorrangflächen für Windenergieanlagen oder das Aufstellen von Solarpaneelen auf eigenen Dachflächen für die Eigenstromversorgung. Alles Bereiche, die uns schon jetzt fordern und insbesondere im neuen Jahr eine intensive Begleitung erfordern. Daher ist es gut, wenn wir im nächsten Jahr den Posten des Klimaschutzmanagers besetzen können“, so der Bürgermeister.

„Die Sanierung des Aquafit-Hallenbades in Zeven war deutlich umstritten und führte auch zu kontroversen Diskussionen. Ich denke wir können uns zum jetzigen Zeitpunkt die Diskussionen über das ob und wie sparen, es gibt einen klaren Auftrag durch die CDU/FDP-Mehrheitsgruppe für eine Sanierung“, stellte Fricke fest. Er schilderte die weitere Planungsschritte zur Sanierung und stellte abschließend in Frage, dass es bei den jetzt geplanten Sanierungskosten bleiben werde.


Manfred Block hält den
Haushalt für genehmigungsfähig

Manfred Block (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses, freute sich über die guten Beratungen in den Ausschüssen und dankte seinen Kolleginnen und Kollegen dafür. „Im Ergebnishaushalt haben wir trotz Erhöhung der Samtgemeinde-Umlage von 44 auf 48 vom Hundert ein Defizit von 2,5 Millionen Euro. Das kann durch den Überschuss aus 2022 und der bereits vorhandenen Ergebnisrücklage ausgeglichen werden. In der mittelfristigen Finanzplanung sind die Folgejahre wieder positiv, daher sollte der Landkreis keine Probleme haben, den Haushalt zu genehmigen.“

Der Ausschussvorsitzende sprach davon, dass der Haushalt 2023 mit großen Unsicherheiten bezüglich der Kostenentwicklung im Bau- und Energiebereich belastet sei. „Allein für die Energieversorgung mussten wir eine Deckungsreserve von 700.000 Euro zusätzlich einplanen. Bei den Baukosten ist es aktuell auch sehr schwierig, die richtigen Haushaltsansätze zu planen. Die Inflationsrate von rund 10 Prozent macht das Ganze nicht einfacher“, stellte Block fest.


Kostenobergrenze für das
Kultur- und Bildungszentrum

Zum Thema Kultur- und Bildungszentrum am Klostergang stellte der Ausschussvorsitzende fest, es sei gut, dass der Samtgemeindeausschuss den Eigenanteil der Kommune auf 3,5 Millonen Euro begrenzt habe. „Das bedeutet eine Kostenobergrenze von 10,5 Millionen Euro für das KuBiZ.“ Bei zukünftigen Planungen werde zu berücksichtigen sein, dass die Haushaltsmittel endlich sind.

„Welche Mittel für die geplante Sanierung des Hallenbades notwendig sein werden, ist auch noch nicht ganz klar. Die Ausschreibungen für den Planer und dessen Tätigkeit werden uns hoffentlich bis zur Haushaltsberatung 2024 Klarheit über den notwendigen Umfang und die Kosten der Sanierung liefern“, sagte Manfred Block.

Für die CDU-Fraktion stellte deren finanzpolitischer Sprecher Patrick Brinkmann fest: „Manfred Blocks Worten zu Zahlen, Daten, Fakten ist wenig hinzuzufügen.“ Brinkmann sagte weiter, in der Bevölkerung sei das Interesse am Haushalt hingegen gering. „Den Menschen geht es nicht um Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen, die interne Abrechnung von Bauhofleistungen oder halbe Stellenanteile. Wichtig ist den Menschen, dass unsere Schulen in einem guten Zustand sind, die Feuerwehren bestmöglich unterstützt werden, die Infrastruktur fortlaufend in Stand gehalten wird und die Samtgemeinde ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot bietet.“

Genau diese Sichtweise habe in diesem Jahr die Arbeitsweise des Rates geprägt. „Nicht über jede Zeile im Haushalt diskutieren, sondern großen und kleinen Summen das eigentliche Ziel gegenüberstellen. Es ist völlig richtig, Großprojekte wie das KuBiZ politisch eng zu begleiten und die Gesamtkosten im Blick zu behalten. Laut darüber nachdenken, ein solches Leuchtturmprojekt im Landkreis komplett zu kippen, sollte aber niemand“, so Brinkmann. „Ich schließe mich Manfred Block an und werbe um Zustimmung für den Haushalt 2023.“ Dem folgten dann alle Ratsmitglieder.

Als vor Jahren die Debatte um Sanierung oder Neubau des Zevener Hallenbades begann, waren Planer und CDU-Ratsmitglieder wie Simon Tewes überzeugt, das Bad lasse sich für 4,5 Millionen Euro sanieren. Die CDU sprach davon, dass Neubau-Kosten von 13 oder 14 Millionen die Mitgliedsgemeinden finanziell ruinieren würden, weil sie zu viel Umlage zahlen müssten. Jetzt sind die Sanierungskosten auf 18,2 Millionen Euro veranschlagt - es kann auch mehr werden. Hätte der Rat nach der Wahl des neuen Bürgermeisters dessen Weg zum Neubau befolgt, wäre das neue Bad in Kürze fertig - vermutlich zu den Kosten, die jetzt die Sanierung verschlingen wird. Merke: Schlimmer geht immer. a.kurth@zevener-zeitung.de

Wohin soll das führen?

Andreas Kurth

 wird die Sanierung des Aquafit wirklich?

© Arnd Hartmann

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Erstellt:
22. Dezember 2022, 17:21 Uhr
Lesedauer:
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