"Retuschierte Person" und "Reklame" steht auf einem Hinweis der norwegischen Verbraucheraufsichtsbehörde (Forbrukertilsynet).

"Retuschierte Person" und "Reklame" steht auf einem Hinweis der norwegischen Verbraucheraufsichtsbehörde (Forbrukertilsynet).

Foto: -/Verbraucheraufsichtsbehörde/dpa

Netzwelt

Retuschierte Werbung muss in Norwegen nun gekennzeichnet werden

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Von nord24
1. Juli 2022 // 12:00

Veränderungen der Gesichtsform, breitere Schultern und schmalere Hüften: Influencer und andere Werbeschaffende müssen in Norwegen von heute an explizit kennzeichnen, wenn das Aussehen von Personen in Werbeanzeigen geändert worden ist.

Kennzeichnungspflicht wenn nachgeholfen wurde

Influencer und andere Werbeschaffende müssen in Norwegen von nun an explizit kennzeichnen, wenn das Aussehen von Personen in Werbeanzeigen geändert worden ist. Am Freitag ist in dem skandinavischen Land eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, wonach retuschierte und anderweitig manipulierte Erscheinungsbilder in bezahlten Anzeigen mit einem kreisrunden einheitlichen Hinweis versehen werden müssen. Darunter fallen die Körperform, -größe und -haut, also zum Beispiel Veränderungen der Gesichtsform, breitere Schultern und schmalere Hüften.

Bewusstsein für das Schaffen, was real ist

Die Maßnahme soll dazu beitragen, Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst zu machen, dass Menschen in der Werbung nicht immer so gezeigt werden, wie sie in Wirklichkeit aussehen. Letztlich geht es darum, weniger idealisierte Körper in der Reklame darzustellen und damit vor allem Jüngere zu schützen. «Endlich bekommen wir eine kraftvolle Maßnahme gegen ungesunden Körperdruck, dem gerade Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind», erklärte die norwegische Kinder- und Familienministerin Kjersti Toppe.

Bußgeld droht

Die Kennzeichnungspflicht gilt für alle klassischen und sozialen Medien und ganz ausdrücklich auch für Influencerinnen und Influencer sowie andere Menschen, die Werbung im Internet und in den sozialen Medien online stellen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld. Der Hinweis soll rund sieben Prozent der Bildfläche ausmachen und gut sichtbar in der oberen linken Ecke der Werbung platziert werden. Zur Verantwortung gezogen werden können sowohl diejenigen, die die Reklame erstellt haben, als auch die Inserenten, die damit Geld verdienen wollen. (dpa/com)

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