Gute Bedingungen für Krankheitserreger: Im engen Zwischendeck von Segelschiffen mussten Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts die Überfahrt gemeinsam überstehen.

Gute Bedingungen für Krankheitserreger: Im engen Zwischendeck von Segelschiffen mussten Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts die Überfahrt gemeinsam überstehen.

Foto: Dehn/DAH

Schiffe & Häfen

Im Zwischendeck: Hygienisch ein Albtraum

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Von nord24
15. Mai 2021 // 18:10

Hygiene auf Schiffen ist nicht erst seit Corona ein Thema. Die Verhältnisse auf Auswandererschiffen waren im 19. Jahrhundert problematisch.

Dampfschiffe boten bessere Bedingungen

„Mit der Einführung der Dampfschiffe verbesserte sich die Situation deutlich“, erläutert Historikerin Dr. Tanja Fittkau, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven. „Es wurden Schiffsärzte eingestellt, und größere Raumkapazitäten ermöglichten die Einrichtung von Behandlungsräumen.“ Eine Hamburger Verordnung vom Januar 1887 verpflichtete die deutschen Reeder dann erstmals gesetzlich zur Einstellung von approbierten Ärzten auf den Schiffen, die mehr als 50 Passagiere transportierten.

Gedrängt im Zwischendeck

Zuvor waren die Bedingungen an Bord hygienisch ein Albtraum. Rund 400 Personen erlebten zum Beispiel im Zwischendeck des Segelschiffes „Bremen“ die Überfahrt nach Amerika. Eine Separierung von kranken und gesunden Auswanderern war aufgrund des Platzmangels nicht möglich, sodass sich Krankheiten schnell ausbreiten konnten. Erst 1870 beschlossen die beiden Hansestädte Bremen und Hamburg Gesetze zur räumlichen Trennung kranker und gesunder Passagiere.

Warum sich Krankheitserreger auf den Auswandererschiffen schnell ausbreiten konnten und wie das Deutsche Auswandererhaus die hygienischen Verhältnisse auf Schiffen in seiner Ausstellung aufgreift, lest Ihr am Sonntag, 16. Mai 2021, im SONNTAGSjOURNAL der NORDSEE-ZEITUNG.

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