Eine Mitarbeiterin bei Hornbach räumt einen Heizlüfter aus einem Regal auf einen Wagen. Die Angst vor Gas-Engpässen im kommenden Winter sorgt mitten im Sommer für einen Nachfrageboom bei Heizlüftern, Konvektorheizungen und Ölradiatoren.

Eine Mitarbeiterin bei Hornbach räumt einen Heizlüfter aus einem Regal auf einen Wagen. Die Angst vor Gas-Engpässen im kommenden Winter sorgt mitten im Sommer für einen Nachfrageboom bei Heizlüftern, Konvektorheizungen und Ölradiatoren.

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Wirtschaft
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Angst vor Gaslieferstopp sorgt für Nachfrageboom bei Heizlüftern

Autor
dpa
15. Juli 2022 // 11:07

Wir Deutschen hamstern Mehl, Toilettenpapier und Sonnenblumenöl - und jetzt sorgen wir bei Heizlüftern vor...

Heizlüfter sind auf einmal Verkaufsschlager im Bau-oder Elektromarkt

Sonst sind im Hochsommer vor allem Ventilatoren, Klimaanlagen und vielleicht auch noch Heizstrahler für die Terrasse gefragt. Doch in diesem Jahr ist das anders. Aus Angst vor Gasengpässen im Winter entwickeln sich in Baumärkten und im Elektronikhandel aktuell Heizlüfter, Konvektorheizungen und Ölradiatoren zu Verkaufsschlagern. Wer Pech hat, steht auch schon einmal vor leeren Regalen.

Doppelt so hohe Nachfrage wie 2021

„Wir sehen derzeit eine überdurchschnittliche Nachfrage nach elektrischen Heizgeräten“, heißt es bei Deutschlands größten Elektronikhändlern Media Markt und Saturn. „Wir liegen bei den Verkaufszahlen 100 Prozent über dem Vorjahr“, berichtet auch Florian Preuß von der Baumarktkette Hornbach. Gerade in den letzten drei Wochen habe sich die Nachfrage noch einmal verstärkt.

Deutlich höhere Nachfrage auch nach Kaminen und Öfen

Bei der Preisvergleichsplattform Idealo wurden im Juni Elektroheizungen mehr als vier Mal so häufig nachgefragt wie im gleichen Monat des Vorjahres. Bei Kaminen und Öfen lag das Plus bei 280 Prozent. Immer mehr Menschen sähen sich angesichts der aktuellen Gaskrise nach alternativen Wärmequellen um, berichtete Idealo.

Hier und da auch mal leere Regale

Die Angst, Russland könnte Europa wegen des Ukrainekrieges den Gashahn zudrehen und das könnte ganz konkrete Auswirkungen auf die eigenen vier Wände haben, treibt immer mehr Menschen um. Teils aus Angst in einer kalten Wohnung zu sitzen, teils vielleicht auch nur aus Sorge vor etwas kühleren Temperaturen. Heizlüfter, Konvektoren und Radiatoren scheinen da eine zumindest in der Anschaffung noch recht billige Lösung. Das sorgt inzwischen hier und da schon einmal für leere Regale.

Noch kein Mangel an Nachschub

Das soll allerdings nicht heißen, dass der Markt leer gefegt ist. Die Versorgungslage sei derzeit nicht angespannt, heißt es beim Baumärkte-Verband BHB. „Selbst, wenn einmal ein bestimmtes Produkt oder eine spezielle Marke gerade nicht im Regal steht, können die Händler immer auf alternative Produkte zurückgreifen.“ Auch Media Markt und Saturn betonen: «Wir haben die Bestände rechtzeitig erhöht und sind gut vorbereitet.» Allerdings gibt es auch einige in der Branche, die die Lage etwas anders beurteilen. Ein Branchenkenner, der nicht genannt werden möchte, rechnet damit, dass das Thema erst nach den Sommerferien richtig Fahrt aufnehmen wird. «Im Moment haben wir eine Hitzewelle und die Leute sind in Urlaub. Sobald der Herbst kommt und die ersten drei kalten Nächte auf uns zukommen, dann wird es ernst», sagt er.

Nur als Notlösung sinnvoll

Dabei sollte das Heizen mit Elektrogeräten wirklich nur eine Notlösung sein. Denn es ist zwar bequem: Stecker in die Steckdose und die Wärme kommt. Aber es ist auch sehr, sehr teuer. „Das macht Sinn, wenn die Gasheizung komplett ausgefallen ist und ich schnell eine Notheizung brauche“, betonte der Energieexperte Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Aber auf Dauer ist das keine Lösung.“ Das Heizen mit Strom sei derzeit rund drei Mal so teuer wie das Heizen mit Gas. Und es gebe keine Anzeichen, dass sich daran viel ändern werde.

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