Die Mutter des verstorbenen Säuglings auf der Anklagebank.

Die Mutter des verstorbenen Säuglings auf der Anklagebank.

Foto: Wiebke Bruns

Zeven
Der Norden

Hat Mutter aus Sottrum ihren Sohn verhungern lassen?

Autor
Wiebke Bruns
30. November 2022 // 18:00

Musste ein Baby aus Sottrum im Mai 2019 sterben, weil die Mutter es zu wenig fütterte und zu spät zum Arzt ging?

Insgesamt elf Verhandlungstage vorgesehen

Seit Montag beschäftigt sich das Landgericht Verden mit der Frage, ob die Mutter für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist. Der Anklagevorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Insgesamt elf Verhandlungstage sind bis zum 6. Februar 2023 vorgesehen.

Sechs mal 20 Milliliter täglich

Drei Tage nach der Geburt ihres Sohnes habe die 34-Jährige aus Sottrum am 30. April 2019 mit ihm die Klinik verlassen. „Zu Hause fütterte sie das Kind völlig unzureichend“, verlas die Staatsanwältin. Sechs mal 20 Milliliter täglich seien „offenkundig zu wenig“ gewesen. 14 Tage nach der Geburt habe der Junge kaum noch getrunken und bereits 1130 Gramm an Gewicht verloren, umgerechnet rund 25 Prozent seines Geburtsgewichtes. „Die Verschlechterung nahm sie billigend in Kauf, nicht hingegen das Versterben des Kindes“, heißt es in der Anklageschrift.

Schlappes und wimmerndes Baby in den Armen

Erst an diesem 10. Mai habe sie sich um einen Termin bei einer Kinderärztin bemüht und dabei noch den kritischen Zustand verschwiegen. Der Junge „hing schlapp in ihren Armen und wimmerte“, beschreibt die Anklage den Zustand. Die Kinderärztin habe umgehend die Einlieferung des 14 Tage alten Babys in die Rotenburger Kinderklinik veranlasst. „Dehydriert“ sei der Kleine gewesen. Sein Blutdruck nicht mehr messbar. Durch einen „massiven Flüssigkeitsmangel versagten die Organe“ des kleinen Jungen. Am 20. Mai 2019 wurden die Geräte in der Klinik abgeschaltet.

Mehr dazu lest ihr hier.

Immer informiert via Messenger
Grünkohlzeit! Wart ihr dieses Jahr schon auf Kohltour?
484 abgegebene Stimmen