Äußerte sich gestern nicht zu den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen: Einer der Angeklagten (Mitte).

Äußerte sich gestern nicht zu den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen: Einer der Angeklagten (Mitte).

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Zeven

Mutmaßliche Blutrache in Visselhövede: "Familienehre fordert drei Leben für eines"

Von thorsten.kratzmann
25. Januar 2018 // 18:23

Vor gut einem Jahr wurde ein 46-jähriger Albaner in Visselhövede auf offener Straße mutmaßlich von einem Landsmann erschossen. Die Tat geschah von einem Motorrad aus. Es soll sich dabei um Blutrache gehandelt haben. Seit Monaten wird gegen die mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht in Verden verhandelt.

Welche Erkenntnisse gibt es für das Mordmotiv Blutrache?

Heute kam der Hauptsachbearbeiter in der Mordkommission „Motorrad“ zu Wort. Das Gericht interessierte sich insbesondere dafür, was die Polizeibeamten an tatsächlichen Erkenntnissen zum vermuteten Motiv Blutrache für den Mord an dem 46-jährigen Albaner ermittelt haben.

Das Opfer war in Albanien in Haft gewesen

Belegt für das vermutete Mordmotiv ist die frühere Verurteilung des in Visselhövede getöteten Mannes in Albanien. Am 30. Dezember 2011 hatte der damals 41-Jährige in seiner albanischen Heimat einen jungen Mann in einer notwehrähnlichen Situation erschossen.

Versöhnung gibt es erst, wenn die Rache gestillt ist

Dessen Vater soll daraufhin Blutrache geschworen haben. Laut Anklageschrift bedeutet das, die Wiederherstellung der Familienehre erfolgt erst, wenn drei Leben für das eine genommen werden. Vorher kann es keine Versöhnung geben. Während des Prozesses berichtete der Ermittler von so genannten Versöhnungskomitees, die sich vergeblich um eine Aussöhnung der beiden Familien bemüht haben sollen.

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