Ein großes Aufgebot an Rettunswagen und Einsatzkräften kümmerte sich um die Besucher vom Klimahaus in Bremerhaven, die Opfer einer Reizgas-Attacke geworden sind.

Ein großes Aufgebot an Rettunswagen und Einsatzkräften kümmerte sich um die Besucher vom Klimahaus in Bremerhaven, die Opfer einer Reizgas-Attacke geworden sind.

Foto: Lothar Scheschonka

Blaulicht
Bremerhaven

Reizgas im Klimahaus Bremerhaven: Erste Erfolge der Ermittlungen

27. Juni 2022 // 14:34

Im Klimahaus in Bremerhaven wurden am Montag 27 Menschen verletzt, weil eine 15-Jährige ein Tierabwehrspray versprüht haben soll.

Schülerin identifiziert

Die Polizei konnte nach Betreten des Klimahauses die Ermittlungen aufnehmen. Schnell wurden Hinweise gefunden, die auf eine 15-jährige Schülerin hinwiesen. Gegen die tatverdächtige Jugendliche, die mit einer Schulklasse einen Ausflug nach Bremerhaven gemacht hatte, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die Polizei und Staatsanwaltschaft Bremen, Zweigstelle Bremerhaven ermitteln weiter in dem Fall.

Das geschah gestern:

Reizgas in den oberen Stockwerken versprüht


Klimahaus-Pressesprecher Holger Bockholt bestätigte auf nord24-Nachfrage, dass in einem Teil der Ausstellung in den oberen Stockwerken „wohl ein reizendes Gas versprüht“ worden ist. Das Gas soll die Augen, aber auch die Lungen und Atemwege reizen.

Die Feuerwehr, die um 13.40 Uhr über die Brandmeldeanlage des Klimahauses alarmiert wurde, reagierte umgehend und rückte mit großem Aufgebot aus. Rund 500 Besucher des Klimahauses wurden evakuiert. Die betroffenen Bereiche wurden durch die Feuerwehr unter Atemschutz kontrolliert und im weiteren Verlauf mit der Polizei die Beweissicherung aufgenommen.

Bis zu 57 Personen von Sanitätern betreut

Die evakuierten Personen wurden vor dem Gebäude von den Einsatzkräften betreut und versorgt. Tabea Schwandt, Einsatzleitung der Feuerwehr: „Es wurden 57 Personen von unseren Einsatzkräften betreut, überwiegend waren Jugendliche und Kinder betroffen.“ Sieben Personen seien umgehend in ein Krankenhaus transportiert worden. 20 weitere Personen wurden vorsorglich mit einem Bus in eine Klinik gebracht.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls waren mehrere Schulklassen unter den Besuchern im Klimahaus in den Havenwelten in Bremerhaven-Mitte.

Großaufgebot der Feuerwehr und Polizei


Vor Ort waren 52 Kräfte der Feuerwehr Bremerhaven, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe im Einsatz, darunter auch zwei Notärzte. Auch die Polizei war mit einem großen Einsatzteam dort. Die Zufahrt über die Brücke in der Hermann-Henrich-Meier-Straße war versperrt. Vereinzelt saßen Besucher mit Wärmedecke auf den Bänken davor, viele verunsichert. Mitarbeiter des Klimahauses standen ihnen Rede und Antwort.

Evakuierung ohne Panik


Unter den Besuchern das Klimahaus war auch Christina Imhof mit ihrem Mann und den beiden Kindern. „Wir waren so eineinhalb Stunden drin, bis der Alarm losging. Dann sind wir alle ganz in Ruhe gegangen. Hier draußen wurde gesagt, dass es ein technischer Defekt ist und wir warten sollen“, erzählt die Besucherin aus Landshut in Bayern. Die Evakuierung sei ihrem Empfinden nach ohne Panik verlaufen.

In einer früheren Version dieses Textes war von einer 15-jährigen Täterin die Rede. Das ist so nicht korrekt, da bisher nur der Verdacht gegen die Jugendliche vorliegt. Wir haben die entsprechenden Passagen angepasst.

Rund 50 Feuerwehrkräfte und viele weitere Einsatzkräfte waren am Klimahaus in Bremerhaven im Einsatz.

Rund 50 Feuerwehrkräfte und viele weitere Einsatzkräfte waren am Klimahaus in Bremerhaven im Einsatz.

Foto: Lothar Scheschonka

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