Langen: So sollen die gefräßigen Rehe ferngehalten werden

© Schoener

Der Kampf gegen die unerwünschten Rehe auf dem Langener Friedhof soll nun endlich ein Ende haben: Ortsbürgermeister Sascha Kuntzmann und Anja Heins von der Stadt Geestland freuen sich, dass der neue Wildzaun steht.

Friedhof Langen: So sollen die gefräßigen Rehe ferngehalten werden

Rehe, Rehe, Rehe - Anja Heins von der städtischen Friedhofsverwaltung kämpft schon seit Jahren gegen die ungebetenen Gäste auf dem Langener Friedhof. Sie fressen regelmäßig Blumen und Gestecke auf den Gräbern kahl. Jetzt gibt es eine Lösung.

Neuer Anlauf soll Rehe stoppen

Geestland kämpft seit Jahren gegen tierische Besucher auf Langener Friedhof

Erstmals im Jahr 2017 ist Anja Heins - beim Team für Öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig für die Friedhöfe auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Langen - mit dem tierischen Problem konfrontiert worden: Bürger hatten gemeldet, dass sich Rehe auf dem Gelände an der Debstedter Straße tummeln und den Grabschmuck fressen würden.

Und weil in diesem Zusammenhang auch Kritik am verrosteten alten Zaun als „Eintrittstor für die Tiere“ laut wurde, rückte die Stadt aus, um die Löcher zu flicken und später ein Teilstück des Zauns zu erneuern und gleichzeitig zu erhöhen. Dann war erst einmal Ruhe.


Und dann war plötzlich von Dieben die Rede

Doch das Thema landete einige Zeit später wieder auf dem Tisch von Anja Heins. Als Hinterbliebene der Beerdigten erbost davon berichteten, dass Blumen auf den Gräbern gestohlen worden seien, wurde die Verwaltungsmitarbeiterin hellhörig. Bei mehreren Ortsterminen fand sie frische Trittspuren, die eindeutigen Ursprungs waren: Wieder hatten sich Rehe herumgetrieben. Von Diebstählen konnte nicht die Rede sein, sagt Heins. Offensichtlich fanden die Tiere über bislang unbekannte Pfade immer noch Zugang aufs Gelände, um dort für Schäden auf den Ruhestätten zu sorgen.

Langen: So sollen die gefräßigen Rehe ferngehalten werden

© Heins

Keine Seltenheit: Rehe auf dem Langener Friedhof. Die Tiere taten sich bislang immer wieder gütlich an den Blumen und Gestecken auf den Gräbern.

Anja Heins gab nicht auf. Nach weiteren Hinweisen von Anwohnern stellte sie im Holzackerweg, auf der rückwärtigen Seite des Friedhofs, eine große Absperrschranke mit Lichtern auf und spannte auffälliges Flatterband - zur Abschreckung. „Einem Reh ist nur schwer beizukommen“, musste die Frau aus Drangstedt erkennen. „Aufgrund eines feinen Geruchssinns riecht es Menschen aus einer Entfernung von mehr als 300 Metern.“


In der Spitze wurden bis zu sechs Rehe gesichtet

Aber auch die Schranke half nicht wirklich. Wiederholt fraßen sich mehrere Rehe - in der Spitze wurden bis zu sechs Tiere gesichtet - auf dem Friedhof satt. Die Bürger waren zunehmend verärgert und behaupteten, dass die Stadt das Problem nicht in den Griff bekommen würde. Also griff das Friedhofsamt in einem nächsten Schritt zu Haarmehl-Pellets aus Schweineborsten.

Joachim Scharnberg, Friedhofsgärtner aus Debstedt, empfahl den Einsatz des organischen Düngers, weil dieser einen beißenden Geruch entwickelt. Der würde die Rehe von den floralen Nahrungsergänzungsmitteln auf den Ruhestätten fernhalten. Gleichzeitig appellierte man an die Besucher, die Türen zum Gelände geschlossen zu halten.


Ein Ortstermin bei strömendem Regen

Um auf Nummer sicher zu gehen, hat die Stadt Geestland jetzt im nördlichen und westlichen Bereichs des Friedhofs für 9200 Euro einen neuen Wildzaun gesetzt - zwei Meter hoch und 340 Meter lang. Er riegelt nunmehr auch den Zugang der Tiere zum Nachbargrundstück ab.

„Von hier aus sind die Rehe wohl des Öfteren auf den Friedhof gelaufen“, sagt Anja Heins, als sie zufrieden die ausgeführten Arbeiten in Augenschein nimmt. Sascha Kuntzmann, SPD-Ortsbürgermeister in Langen, ist ebenfalls vor Ort. Es regnet in Strömen, als die beiden das Terrain mit seinen 3428 Grabstätten auf einer Gesamtfläche von 33.605 Quadratmetern abschreiten. „Das war die richtige Entscheidung“, lobt Kuntzmann.

Und Anja Heins, die den Friedhof mit ihrem Team auf Vordermann gebracht hat, wirbt um Verständnis: „Die Stadt hat erst einmal mit kleineren Maßnahmen versucht, das Problem in den Griff zu bekommen“, betont sie, „ehe dann in einen komplett neuen Zaun investiert wurde.“ Ob die Rehe jetzt fernbleiben? Anja Heins lächelt, als sie sagt: „Wir hoffen nur das Beste.“

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Erstellt:
13. Januar 2023, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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