men-Kampagne der Senatorin sorgt in Bremerhaven für Fragezeichen

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Die Kampagne für den ärztlichen Bereitschaftsdienst sorgt in Bremerhaven für Verwirrung. Symbolfoto: Weißbrod/dpa

Notaufnahmen-Kampagne der Senatorin sorgt in Bremerhaven für Fragezeichen

Die Kampagne zur Entlastung der Notaufnahmen von Gesundheitsbehörde und KV hat in Bremerhaven ein Fragezeichen ausgelöst - es geht um die Nachtzeiten.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst ist in Bremen anders aufgestellt als hier

Die Kampagne zur Entlastung der Notaufnahmen von Gesundheitsbehörde und KV hat in Bremerhaven ein Fragezeichen ausgelöst - es geht um die Nachtzeiten. Dort ist Bremerhaven beim ärztlichen Bereitschaftsdienst anders aufgestellt als die Stadt Bremen.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hat zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine Aufklärungskampagne gestartet, um die Notaufnahmen im Land Bremen zu entlasten. Die Kampagne wird auch in Bremerhaven begrüßt.

Darum geht es in der Kampagne: Patienten sollen bei weniger akuten medizinischen Problemen außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV nutzen - zum Beispiel an Wochenenden und Feiertagen - und so die Notaufnahmen entlasten. In der Pressemitteilung der Senatorin ist zusätzlich auch von „nachts“ die Rede.


In Bremerhaven endet das Angebot um 23 Uhr

Für die Stadt Bremen ist die Formulierung zutreffend: Dort steht im Krankenhaus St.Joseph-Stift parallel zur Notaufnahme die ganze Nacht über auch der ärztliche Bereitschaftsdienst für weniger akute Fälle zur Verfügung. Für Bremerhaven gilt das aber nicht: Im Ameos Klinikum Mitte an der Wiener Straße endet der ärztliche Bereitschaftsdienst um 23 Uhr. Danach bleibt den Menschen in Bremerhaven nur die Notaufnahme der Krankenhäuser, das Abwarten bis zur Praxisöffnung am nächsten Tag oder das Aufsuchen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Stadt Bremen im St.Joseph-Stift. Während mehrere Bremerhavener Bürger und Vertreter aus der Politik auf diesen Umstand hinweisen, bestätigt Feuerwehrsprecher Stefan Zimdars nur: „Wir haben an 365 Tagen im Jahr bis 23 Uhr einen ärztlichen Bereitschaftsdienst.“

Der Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann, erklärt seine Sichtweise: Die telefonische Beratung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes - die inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung bekannte Rufnummer 116117 - ist auch nachts anrufbar. Bremerhavener würden dann mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst im Bremer St. Joseph-Stift verbunden werden. Außerdem könnten auch Bremerhavener in der Nacht dorthin kommen.

Der letzte Satz von Fuhrmann löst bei einigen Personen in Bremerhaven großen Unmut aus: Wer soll denn mit einem medizinischen Problem, auch wenn es nicht akut genug ist für die Notaufnahme, es aber auch nicht bis morgens warten kann, des Nachts mit dem Auto oder dem Zug nach Bremen fahren?


„Portalpraxen“ sollen Notaufnahmen entlasten

Der SPD-Politker Jörn Hoffmann und der CDU-Politiker Ralf Holz wünschen sich, dass im Klinikum Reinkenheide und im Ameos Hospital Mitte „Portalpraxen“ entstehen, oder auch „Integrierte Notfallzentren.“ Diese würden rund um die Uhr die erste Anlaufstelle für Patienten als Vorstufe für die Notaufnahme sein, Mediziner würden dort eine erste Einschätzung vornehmen. „Diese Lösung kann man schnell umsetzen“, sagt SPD-Politiker Jörn Hoffmann. Holz erinnert daran, dass man sich dafür aber auf „höchster Ebene“ zusammensetzen müsste - denn an der Finanzierung der Portalpraxen müssten sich mehrere Partner wie die KV Bremen und Niedersachsen beteiligen sowie das Land Bremen auch das Land Niedersachsen. Sie sehen Gesundheitssenatorin Bernhard (Linke) in der Plicht, sich hier deutlicher zu engagieren, um eine wirkliche Entlastung der Notaufnahmen zu erreichen, und nicht nur Kampagnen zu starten.

Doch Hoffmann und Holz geht es nicht nur um den ärztlichen Bereitschaftsdienst, sie setzen sich auch allgemein für eine Entlastung der Notaufnahmen und für weitere Verbesserungen an den Krankenhäusern und bei den niedergelassenen Ärzten ein. Das geht bis zu dem Punkt, dass wir „dringend einen Medizinstudiengang im Land brauchen“, so Holz.

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Erstellt:
4. Januar 2023, 17:55 Uhr
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