-Comeback: Pinguins siegen nach 0:3-Rückstand

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Frankfurts Torhüter Jake Hildebrand (links) machte viele Chancen zunichte. Hier scheitert Christian Wejse.

Wahnsinns-Comeback: Pinguins siegen nach 0:3-Rückstand

Am zweiten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga gewinnen die Fischtown Pinguins bei Aufsteiger Löwen Frankfurt.

Im Spiel bei Aufsteiger Löwen Frankfurt lagen die Fischtown Pinguins schon 0:3 hinten. Aber dann gelang ihnen ein tolles Comeback und der zweite Saisonsieg in der Deutschen Eishockey-Liga. Nicholas Jensen gelang der umjubelte Siegtreffer.

Nach einer halben Stunde lagen die Fischtown Pinguins noch mit 0:3 zurück, gewannen am Ende aber noch 4:3 und feierten am zweiten DEL-Spieltag den zweiten Sieg.

Die Pinguins starteten mit Maximilian Franzreb anstelle von Brandon Maxwell im Tor. Georgiy Saakyan spielte für Tim Lutz im Sturm. Ansonsten blieb die Aufstellung so wie am Freitag beim 3:1-Sieg gegen die Bietigheim Steelers.

Frankfurt startete im ersten Heimspiel nach dem Wiederaufstieg in die DEL druckvoll und mit körperlichem Spiel. Die Drei-Tore-Führung entsprach allerdings nicht dem Spielverlauf. „Es war ja nicht so, dass wir dauerhaft unter Druck standen. Wir haben zwei, drei Situationen nicht gut gelöst, jedes Mal ist ein Gegentor gefallen. Das Problem war nicht die Intensität, sondern die individuellen Fehler“, sagte Pinguins-Trainer Thomas Popiesch. Eine raumgreifende Kombination nutzte Dominik Bokk zum 1:0 (4. Minute). Danach aber lag der Ausgleich in der Luft. Nach einer Großchance von Niklas Andersen waren die Pinguins in Überzahl und deckten Löwen-Torhüter Jake Hildebrand mit Schüssen ein. Auch nach dem Powerplay ging es so weiter, doch statt 1:1 hieß es in der 9. Minute 2:0 für Frankfurt.

Torhüter Franzreb sah bei den Gegentreffern nicht gut aus. Beim ersten Tor ging ihm der Puck durch die Beine, beim zweiten schoss Bokk Miha Verlic an, von dessen Schlittschuh ging der Puck an Franzrebs Rücken und ins Tor. Und auch beim dritten Gegentor war er nicht schuldlos. Bokk schoss im Powerplay, Franzreb ließ den Puck aus den Armen fallen und Brett Breitkreuz hatte keine Mühe, einzuschieben. Allerdings war auch kein Verteidiger da, um den Frankfurter Stürmer zu stören.


Friesen und Vikingstad verkürzen

Der deutliche Rückstand zog die Pinguins runter, sie taten sich schwer, Druck aufs Frankfurter Tor zu spielen. Mit gutem Körpereinsatz verhinderten die Gastgeber lange spielerische Sequenzen der Pinguins und ließen meist nur Torchancen aus schlechten Positionen zu. Wenn es doch mal eine Top-Chance gab, war Torhüter Hildebrand zur Stelle. Wie in der 30. Minute, als er Nino Kinder ein scheinbar sicheres Tor raubte. Mit jeder Minute im zweiten Drittel aber zogen die Pinguins ihre Angriffe besser auf und in der 35. Minute wurde eine Kombination aus dem eigenen Drittel bis vors Tor belohnt. Alex Friesen gelang das 1:3. Ein Treffer, der die Partie veränderte. Nur 81 Sekunden später fiel das 2:3. Skyler McKenzie wurde noch geblockt, aber Markus Vikingstad war zur Stelle und traf zum 2:3 (37.). „Endlich hat sich Markus mal für seine guten Leistungen belohnt“, freute sich Popiesch.

Miha Verlic, der an Hildebrand scheiterte, und Patch Alber mit einem Lattentreffer hatten unmittelbar nach Wiederbeginn gute Chancen zum Ausgleich. Die Pinguins schafften es nun besser, mit Tempo ins gegnerische Drittel zu kommen, was dazu führte, dass Frankfurt sich immer seltener befreien konnte. Was noch an Schüssen aufs Pinguins-Tor kam, machte der immer besser werdende Franzreb zunichte. Philip Samuelsson scheiterte in der 47. Minute knapp, aber die Pinguins blieben dran und nutzten ein Powerplay zum Ausgleich. Zunächst parierte Hildebrand noch gegen Jan Urbas, dann aber überwand ihn Chris Wejse nach Pass von Ziga Jeglic zum 3:3 (55.). Eine ähnliche Chance im ersten Drittel hatte er noch knapp danebengesetzt. „Am Freitag hat er schon eine ähnlich Chance vergeben. Entscheidend ist, dass er dranbleibt und immer wieder in die Position geht und nicht etwas anderes versucht“, sagte Popiesch.


Siegtreffer durch Nicholas Jensen

Viele Mannschaften wären nach 0:3 mit einem Unentschieden nach 60 Minuten zufrieden gewesen, doch es zeichnet die Pinguins aus, dass sie die Chance ergriffen, als sie sich auftat. Sie machten das Wahnsinns-Comeback perfekt, als Nicholas Jensen in der 58. Minute zum 4:3 traf. Er nutze einen schlechten Wechsel von Frankfurt und zog ins gegnerische Drittel. Sein Schuss schlug im Torwinkel ein. „Der ausschlaggebende Punkt war, dass wir die Gelegenheit genutzt haben, die Frankfurt uns gegeben hat, anstatt den Puck einfach nur zu sichern“, lobte Popiesch den Mut seiner Mannschaft.

Tore: 1:0 (2:57) Bokk (Rowney, Scarlett); 2:0 (8:20) Bokk (Rowney, Ranford); 3:0 (15:46) Breitkreuz (Bokk, Vandane) bei 5/4; 3:1 (34:47) Friesen (Andersen, Alber); 3:2 (36:08) Vikingstad (McKenzie, Wirth); 3:3 (54:04) Wejse (Jeglic, Samuelsson) bei 5/4; 3:4 (57:34) Jensen

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Halverson wird (vorerst) kein Pinguin

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