Ein Stecker vor einer Steckdose in einem Frankfurter Haushalt.

Mehr als jeder dritte Erwachsene in Deutschland (39 Prozent) rechnet einer Umfrage im Deutschlandtrend für das ARD-Morgenmagazin zufolge damit, im nächsten Winter Energierechnungen nicht oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten bezahlen zu können.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Politik

Nord-süddeutscher Krach um Strompreise

Von dpa
25. September 2022 // 17:00

Die norddeutschen Länder produzieren den Großteil des Windstroms und wollen niedrigere Stromkosten für sich. Die bayerische Staatsregierung reagiert empört.

Aufteilung in Strompreiszonen

Die norddeutschen Flächenländer fordern eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Strompreiszonen zu Lasten Süddeutschlands. Nach einem Bericht der «Welt am Sonntag» wollen die norddeutschen Länder günstigere Strompreise für ihre Bürger und Unternehmen durchsetzen. Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) sagte der Zeitung: «Wenn ich da lebe oder produziere, wo auch die Energie produziert oder angelandet wird, muss diese Energie dort auch günstiger sein.» Der Norden trage seit Jahren die Hauptlast der Energiewende.

Reaktion aus Bayern

Die bayerische Staatsregierung reagierte entrüstet und stellte eine Gegenrechnung mit dem Länderfinanzausgleich an. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die Forderung im Bayerischen Rundfunk absurd, Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) kritisierte die norddeutschen Forderungen als «schlicht unverschämt».

Damit ist in der Politik offener Streit um ein Thema ausgebrochen, über das in der Energiebranche schon seit Jahren diskutiert wird. (dpa/dm)

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