Der DGzRS-Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ nimmt die havarierte Yacht in Schlepp.

Der DGzRS-Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ nimmt die havarierte Yacht in Schlepp.

Foto: DGzRS

Schiffe & Häfen

Seenotretter befreien Yacht aus Seenot

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Von nord24
27. Mai 2021 // 15:57

Der Bremerhavener Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ hat vier Menschen aus Lebensgefahr gerettet.

„Mayday“-Ruf über Kanal 16

Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, waren die Franzosen mit ihrer Motoryacht vor Wangerooge in Seenot geraten, als im Sturm und bei bis zu vier Meter hohen Wellen Motor und Getriebe des Boots ausfielen. Die Wassersportler, zwei Frauen und zwei Männer, hatten über den international einheitlichen UKW-Sprechfunknot- und -anrufkanal 16 mit einem „Mayday“-Ruf (für unmittelbare Lebensgefahr) die Seenotretter alarmiert. Das elf Meter lange Boot trieb manövrierunfähig im Brandungsgürtel der Insel – eine sehr gefährliche Situation für den Havaristen und seine Besatzung.

Erschwerte Bedingungen

Das Wangerooger Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ und die „Hermann Rudolf Meyer“ machten sich sofort auf zum Havaristen – unter erschwerten Bedingungen. „Als wir bei der kleinen Insel Oldeoog östlich von Wangerooge den freien Seeraum erreichten, haben wir ordentlich einen auf die Mütze bekommen“, berichtet Vormann Ulrich Fader über die Wetterbedingungen auf der Nordsee.

Sandbank und schlechte Sicht

Der Seenotrettungskreuzer verlangsamte im Weststurm seine Fahrt gegenan, um voranzukommen. Die „Fritz Thieme“ konnte mit ablaufendem Wasser gerade noch manche Sandbank passieren. Schlechte Sicht erschwerte die Suche nach der Motoryacht, aber die Franzosen machten mit roten Leuchtraketen auf sich aufmerksam.

Leine reißt zweimal

Den Wangerooger Seenotrettern gelang es zunächst, eine Leinenverbindung zu der Yacht herzustellen, um sie in Strom und Wind zu halten. Der Wind war allerdings so heftig, dass die Leine nur kurze Zeit standhielt. Wenig später übernahm die „Hermann Rudolf Meyer“ den Havaristen. Bei immer noch bis zu drei Metern Seegang schleppten die Retter die Motoryacht in die Jade. Dort brach aufgrund des schweren Seegangs die Leinenverbindung ein zweites Mal. „Glücklicherweise trieb das manövrierunfähige Boot unbeschadet über ein Flach hinweg, bevor wir die Leinenverbindung erneut wiederherstellen konnten“, berichtet Fader. Gegen 22.15 Uhr nach sechs Stunden im Einsatz erreichte der Seenotrettungskreuzer mit dem Havaristen Hooksiel. Boot und Besatzung waren sicher im Hafen. Die vier Franzosen blieben bis auf kleinere Blessuren unverletzt.

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