Die Kreistagsmehrheit fordert die „Schaffung einer Alternative für den durch Verschlickung verloren gegangenen Strand in Nordenham“.

Die Kreistagsmehrheit fordert die „Schaffung einer Alternative für den durch Verschlickung verloren gegangenen Strand in Nordenham“.

Foto: Heilscher

Wesermarsch

Weservertiefung: Mehrheit im Kreistag Wesermarsch sagt Nein

Von Christoph Heilscher
5. Oktober 2022 // 21:20

Mit scharfen Resolutionen wendet sich die Mehrheitsgruppe im Kreistag Wesermarsch gegen die geplante Weservertiefung.

Verlust von Lebensqualität

In ihrem Resolutionsentwurf für die Kreistagssitzung am 10. Oktober umreißen CDU, Grüne und FDP die Probleme deutlich: Die letzten zehn Vertiefungen der Weser, deren Folgen allesamt nicht ausgeglichen wurden, hätten einen erheblichen Verlust von Lebensqualität für die Bewohner der Wesermarsch mit sich gebracht. Sowie: „Sämtliche Kosten tragen seit vielen Jahren allein die durch die Weservertiefungen Geschädigten, nicht der Verursacher“, heißt es in der Resolution.

Neuorganisation der Zuwässerung

Als Ausgleich zur Weservertiefung steht der sogenannte Generalplan im Raum. Gemeint ist damit eine Neuorganisation der Zuwässerung mit der Einleitung salzärmeren Wassers aus Käseburg, das in das Grabensystem der nördlichen Wesermarsch gepumpt wird, und dort als Viehtränke, aber auch zur Trennung der Tiere auf den einzelnen Weiden dient. Der Generalplan würde das Problem der Versalzung des Grabenwassers lösen - zurzeit wird in Beckumersiel und Strohausersiel zugewässert -, aber nicht die Probleme der Verschlickung, der höheren Fließgeschwindigkeit der Weser, der Uferabbrüche etc.

Auch die Werften im Süden der Wesermarsch sind zunehmend von der Verschlickung betroffen.

Auch die Werften im Süden der Wesermarsch sind zunehmend von der Verschlickung betroffen.

Foto: Scheer

Vertragsentwurf des Landes Niedersachsen

Aktuell hat das Land Niedersachsen den Verbänden des Planungsverbands im Zusammenhang mit den Planungen für eine weitere Weservertiefung einen bisher nicht öffentlich bekannten Vertragsentwurf zugeleitet. Über dessen Inhalt ist bekannt, dass für die Finanzierung 45 Millionen Euro vom Land und 19 Millionen Euro vom Bund kommen sollen, wobei der Bund seine Beteiligung an der Finanzierung daran knüpft, dass die Weservertiefung kommt.

Öffentliche Kreistagssitzung am 10. Oktober

Diskutiert und abgestimmt werden die beiden Resolutionsentwürfe bei der Kreistagssitzung am kommenden Montag, 10. Oktober. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im großen Sitzungssaal Kreishaus in Brake und ist öffentlich.

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