Hochwasser steht in den Straßen.

Damals führte Dauerregen in Südniedersachsen zu Überschwemmungen, die Schäden waren aber mit der Flutkatastrophe 2021 im Westen Deutschland nicht vergleichbar.

Foto: picture alliance / Stefan Rampfel/dpa

Wetter

Starkregen-Gefahr: Experten fordern bessere Vorsorge in Kommunen

Von dpa
14. Juni 2022 // 08:45

Überschwemmungen sind längst nicht mehr nur an großen Flüssen zu befürchten. Doch sind Städte und Gemeinden darauf vorbereitet?

Selbst harmlose Bäche können anschwellen

Starkregen kann innerhalb von Minuten selbst harmlose Bäche anschwellen lassen, Straßen überfluten und Häuser zerstören. Tückisch ist, dass die Vorwarnzeit bei diesen Unwetter-Ereignissen im Gegensatz zu einem Flusshochwasser vielfach extrem kurz ist - trotz besserer Radar-Fernerkundung und verfeinerten Vorhersagemodellen der Meteorologen. Umso wichtiger sei es, dass die Informationsketten schneller und reibungsloser werden, sagt Thomas Kratzsch, Leiter der Abteilung Beratungs- und Warndienste beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Klimawandel erhöht Chancen

Die Wahrscheinlichkeit extremer Regenfälle hat sich nach Berechnung eines internationalen Teams von Wissenschaftlern durch den Klimawandel um das 1,2- bis 9-fache erhöht. Der Schwerpunkt ihrer nach der Flutkatastrophe veröffentlichten Studie lag auf den Regionen um Ahr und Erft sowie der Region um den Fluss Maas in Belgien.

Ungenügend vorbereitet

Deutschland sei auf Starkregen-Ereignisse zu wenig vorbereitet, beklagen Forscher. «Es reicht nicht, Sirenen auf die Dächer zu stellen und Warn-Apps zu entwickeln», kritisiert Christian Kuhlicke vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Am Anfang stehe die Kartierung: Welche Gefahren können wo auftreten? Mit welchen Folgen für die Infrastruktur, die Gebäude? Dann müssten konkrete Maßnahmen wie zum Beispiel Rückhaltebecken geplant werden. Auch Evakuierungspläne seien notwendig.

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