Bei der Aktion "Geisternetze Ostfriesland" suchen Taucher verloren gegangene Netze in der Nordsee.

Bei der Aktion "Geisternetze Ostfriesland" suchen Taucher verloren gegangene Netze in der Nordsee.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Norden

Mission gegen Müll: Taucher bergen Geisternetze aus der Nordsee

Autor
Von nord24
9. Mai 2022 // 09:15

Verloren gegangene Fischernetze treiben durch die Meere, verfangen sich an Wracks oder setzen sich am Boden ab. Wie kann das Problem gelöst werden?

Erschwerte Bedingungen

An Bord des Kutters «Gebrüder» muss man sich gut festhalten. Das Schiff schwankt von einer Seite zur anderen. Auf der Nordsee vor den Ostfriesischen Inseln herrscht spürbarer Wellengang. Doch das ist nichts gegen die Bedingungen, unter denen die Taucherinnen und Taucher der Organisation Ghost Diving Germany unter Wasser im Einsatz sind. Ihre Mission: Geisternetze finden. Denn diese sind für die Meeresbewohner und die Umwelt eine große Belastung. Doch die Nordsee macht es den Tauchern nicht leicht.

Auf der Suche nach Geisternetzen

Geisternetze sind verloren gegangene Fischernetze, die durch das Meer treiben und sich an Wracks verfangen oder am Boden absetzen. Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzte im Jahr 2016, dass sich rund 640 000 Tonnen Geisternetze in den Weltmeeren befinden, dies sei nur ein Bruchteil des Plastikmülls. Seither hat sich der Eintrag von Plastikmüll Experten zufolge beschleunigt.

Probleme vorprogrammiert

Fische und andere Meeresbewohner verfangen sich in den Netzen und verenden dort, so Gutow. Dies locke weitere größere Tiere an. Auch Vögel verfangen sich in den Strukturen und werden daran gehindert, wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen. Vom Müll im Meer sind viele gefährdete Tierarten wie Meeresschildkröten oder Schweinswale betroffen.

Nicht jedes Netz entfernen

Das gesamte Meer zu reinigen, sei nicht möglich und auch nicht ratsam, sagt Biologe Gutow vom Alfred-Wegener-Institut. Eine flächendeckende Bergung der Netze würde viele Organismen durcheinander bringen. (dpa)

Immer informiert via Messenger
Wie sicher fühlt ihr euch in eurer Wohngegend?
1499 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger