iches Haus im Haus: Wie Familie Walter aus Bederkesa Geld spart

© Lothar Scheschonka

Familie Walter wohnt in einem ungewöhnlichen Haus mit vielen Vorteilen in Bederkesa.

Ungewöhnliches Haus im Haus: Wie Familie Walter aus Bederkesa Geld spart

Familie Walter hat sich vor 25 Jahren ein ungewöhnliches Haus in Bad Bederkesa gebaut. Heute lebt er nicht nur im Blumenparadies, sondern spart auch Geld.

Ein Haus im Haus

Familie Walter war beim Hausbau vor 25 Jahren der Zeit voraus

Friedwin Walter war seiner Zeit voraus. Vor gut 25 Jahren hat er mit seiner Frau in Bad Bederkesa ein ungewöhnliches Gebäude gebaut - ein Haus im Haus. Dadurch lebt er heute nicht nur ganzjährig in einem Blumenparadies, sondern spart auch bares Geld.

Das Haus von Familie Walter unterscheidet sich schon auf den ersten Blick von anderen Immobilien in Bad Bederkesa. Zunächst erscheint es wie ein futuristisches Glashaus mit blau gestrichenen Blechwänden und einer riesigen Fensterfront. Doch im Inneren offenbart sich ein zweites, weißes Haus mit klassischen, roten Dachziegeln. Zwischen dem Innen- und dem Außenhaus entsteht ein rund 370 Quadratmeter große Wintergarten.


Blühende Blumen seit 25 Jahren

„Wir können das ganze Jahr über draußen sitzen“, erzählt Friedwin Walter und deutet auf die vielen Pflanzen unter dem Glasdach. Die Geranien brühen seit 25 Jahren durchgehend, wegen der optimalem klimatischen Bedingungen.

iches Haus im Haus: Wie Familie Walter aus Bederkesa Geld spart

© Lothar Scheschonka

Energieeffizientes Bauen liegt im Trend. Viele Menschen machen sich heutzutage Gedanken, wie sie mit ihrem Neubau Geld sparen und die Umwelt weniger belasten können. Doch Friedwin Walter ist auch in den 1990er Jahren schon innovative Wege gegangen.

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Die Geranien blühen seit 25 Jahren durchgehend, sagt Friedwin Walter. Das liegt an den guten klimatischen Bedingungen unterm Glasdach. Gewässert werden die Blumen aus zwei 1000-Liter-Regenwassertonnen.

Der 69-Jährige und seine Frau wohnen inzwischen alleine in dem großen Haus - die vier Kinder sind längst ausgezogen. Aber die Familie ist trotzdem immer präsent. Auf dem Boden unter dem Glasdach sind die Spielsachen der Enkelkinder verteilt. Wenn die Temperaturen wieder sinken, werden die regelmäßigen Familientreffen vom Garten in den XXL-Wintergarten verlegt. Denn dort gibt es das ganze Jahr über sommerliche Temperaturen.


Der Wert des Passivhauses steigt

Genau deswegen hat sich das Paar im Jahr 1996 für das innovative Haus-im-Haus-Prinzip entschieden. Damit zählte Friedwin Walter zu den wenigen privaten Bauherren, die schon damals auf ein modernes, energieeffizientes Eigenheim setzten.

Weil der selbstständige Unternehmer mit Strandkörben handelte, durfte er das Haus als Wohn-und Geschäftsimmobilie im Gewerbegebiet bauen. Die Kosten des Baus will Walter nicht verraten - „damals war das nicht viel teuerer, als ein normales Haus mit einem Wintergarten“, sagt er. Aber der Wert sei enorm gestiegen: Heute schätzt er es auf etwa 600.000 Euro.

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Auf den ersten Blick erscheint das Haus im Gewerbegebiet Bad Bederkesa wie ein futuristisches Glashaus mit blau gestrichenen Blechwänden und einer riesigen Fensterfront.

Ob Villa, Wohnung, Loft oder Tiny House – Die NORDSEE-ZEITUNG stellt Immobilien in Bremerhaven und dem Cuxland vor. Sie wohnen selbst in einem ungewöhnlichen Haus oder habe ein Händchen für Inneneinrichtung? Dann melden Sie sich unter luise.langen@nordsee-zeitung.de.

Dass die Immobilie so viel mehr wert ist als vor 25 Jahren hat nicht nur mit der Inflation und den steigenden Immobilienpreisen zu tun, sondern auch mit der Bauart. Das Haus-im-Haus-Prinzip zählt zu den Passivhäusern: Diese Gebäude nutzen die natürliche Wärme der Sonne, so dass kaum eine andere Energiequelle gebraucht wird.


Nur 900 Euro Gaskosten im Jahr

Das System ähnelt dem eines Gewächshauses: Die große Fensterfront aus Leimholz und Isolier-Sicherheitsglas ist zur Südseite ausgerichtet. Die Luft zwischen dem Innenhaus und dem Außenhaus erwärmt sich durch die Sonneneinstrahlung von selbst und bildet einen warmen Luftmantel. Auch die Räume im Innenhaus werden auf diesem Weg natürlich geheizt.

„Selbst wenn es draußen friert, haben wir drinnen 20 Grad“, sagt der Hauseigentümer. Bisher habe er in einem Jahr nur 900 Euro Gaskosten gezahlt - „hauptsächlich fürs Duschen“, so Walter. „Die Kosten werden jetzt durch die steigenden Preise natürlich locker auf das doppelte hochschnellen, aber wir haben zumindest kein Problem mit dem Heizen.“

iches Haus im Haus: Wie Familie Walter aus Bederkesa Geld spart

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Der XXL-Wintergarten ist 370 Quadratmeter groß - die Wohnfläche im Innenhaus beträgt 230 Quadratmeter.

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Wenn die Temperaturen wieder sinken, werden die regelmäßigen Familientreffen vom Garten in den XXL-Wintergarten verlegt. Denn dort gibt es das ganze Jahr über sommerliche Temperaturen.

Doch was passiert an heißen Sommertagen? Werden die Bewohner dann gekocht? „Das fragt jeder“, sagt Friedwin Walter lachend und deutet als Antwort auf die übergroßen Jalousien und die Lüftungsklappen unterm Glasdach. Die warme Luft steigt nach oben und wird durch die Öffnungen gegen kalte Luft ausgetauscht. Bei Regen schließen sich die Klappen automatisch.

Jetzt fehlt nur noch eine Wärmepumpe, die warme Luft in warmes Wasser verwandelt. „Das wäre optimal, weil ich hier unheimlich gut vortemperierte Luft habe“, so Friedwin Walter. Doch die Lieferzeiten der Pumpen sind lang: Auf den nächsten Schritt zum gasfreien Haus muss Familie Walter mindestens bis 2023 warten.

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