e Chinesen auch in Bremerhaven für Wirbel sorgen?

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In Bremerhaven beteiligt sich die Reederei Maersk schon lange an einem der Terminals. Bereits Ende der 90-er Jahre stieg die Reederei am North Sea Terminal Bremerhaven ein.

Können die Chinesen auch in Bremerhaven für Wirbel sorgen?

Der Einstieg der chinseischen Reederei Cosco hat für viel Wirbel gesorgt. In Bremerhaven gibt es schon lange Reedereien, die sich an Terminals beteiligen.

Reeder als Partner im Hafen

In Bremerhaven beteiligen sich schon lange Reedereien an den Terminals

Der Einstieg der chinesischen Reederei Cosco beim Hamburger Terminal Tollerort hat hohe Wellen geschlagen. In Bremerhaven gibt es Reedereien als Partner an den Terminals schon lange. Aber das sind keine Chinesen. Und die sind auch nicht in Sicht.

„Derzeit sind keine Kooperationen mit China angedacht, und es bestehen auch keine Pläne für einen Einstieg chinesischer Investoren oder Reedereien“, sagt die Sprecherin von Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD).

Und wenn doch jemand anklopfen würde? Wie in Hamburg würde eine Reederei, die sich an einem Terminal in Bremerhaven beteiligen würde, keinen Einfluss auf die Infrastruktur bekommen. Ihr Wirken begrenzt sich darauf, die eigenen Schiffe am Terminal bevorzugt abfertigen zu können. Aber die Kajen an der Stromkaje und dem Überseehafen in Bremerhaven gehören der Stadt Bremen.

Der Senat hat die Nutzung der Kajen wiederum in einem Erbpachtverhältnis an die BLG übertragen. Die hatte dann Ende der 90-er Jahre die Idee, die Reedereien Maersk und Sealand ins Boot zu holen. Die waren zunächst an Hamburg interessiert, wurden dort aber abgewiesen.

In Bremerhaven gründeten die Reedereien mit der BLG ein Joint Venture als Terminalbetreiber an der Stromkaje. Später, als die BLG ihre Containersparte in das Unternehmen Eurogate überführte, wurde auch der North Sea Terminal Bremerhaven (NTB) in Eurogate integriert.

Für Bremerhaven wurde NTB zum Segen. Maersk-Sealand sorgte als weltweit größte Reederei für ein enormes Umschlagwachstum. Die Reedereien profitierten auch von diesem sogenannten „dedicated Terminal“, weil sie hier effektiv und passgenau ihre Schiffe abfertigen konnten. Das Projekt war so attraktiv, dass später auch die zweitgrößte Reederei der Welt, MSC, ein eigenes Terminal an der Stromkaje als Joint Venture mit Eurogate gründete.

Inzwischen gibt es viele solcher Terminals mit Reedereibeteiligung. Fachleute haben deshalb Verständnis für die Pläne an der Elbe. „In Hamburg geht es um eine 24,9-Prozent-Beteiligung. Das ist an sich nicht kritisch, und es ist verständlich, einen Reeder an den Hafen zu binden“, sagt Professor Dr. Burkhard Lemper vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Aber: „Kritisch ist die Politik der Chinesen, ihre Einfluss-Sphäre auszuweiten.“ Er verweist auf ihre Beteiligungen im Mittelmeer und an der Westküste, „und sie investieren in Afrika, um an die Rohstoffe heranzukommen.“ Es sei fragwürdig, ob man diese Politik unterstützen will. Besonders mit Blick auf die jüngsten Äußerungen dazu, wie China mit Taiwan umgehen will.

Kann der Senat mitbestimmen, wenn Eurogate eine chinesische Reederei als Partner an einen Terminal in Bremerhaven holen wollte? Bremen besitzt nicht nur die Kajen, sondern auch die BLG. Deshalb redet er bei der strategischen Ausrichtung mit.

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Erstellt:
27. Oktober 2022, 18:25 Uhr
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