Ein Pfleger hält in einem Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. Wenn es nach einer Mehrheit der Deutschen geht, sollen bald alle Jugendlichen ein Pflichtjahr im sozialen Bereich absolvieren.

Ein Pfleger hält in einem Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin. Wenn es nach einer Mehrheit der Deutschen geht, sollen bald alle Jugendlichen ein Pflichtjahr im sozialen Bereich absolvieren.

Foto: picture alliance/dpa

Politik

Kommt jetzt das soziale Pflichtjahr für alle?

Von dpa
28. April 2022 // 07:13

Zwei Drittel der Deutschen befürworten nach einer neuen Umfrage die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für Jugendliche.

Soll den sozialen Zusammenhalt fördern

In einer repräsentativen Befragung für das Hamburger Opaschowski Institut für Zukunftsforschung sprachen sich im März 66 Prozent der Befragten für ein solches Jahr aus, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Im März 2019 hatten nur gut ein Drittel (37 Prozent) diese Ansicht vertreten.

Besonders viele Jugendliche sind dafür

Die Idee, nach der Schulzeit ein Jahr lang im Sozialbereich arbeiten zu müssen, hat besonders bei den Jugendlichen selbst an Zustimmung gewonnen. Unter den Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren stieg der Anteil der Befürworter von 22 auf 59 Prozent und verdreifachte sich damit beinahe.

Zeitenwende bei Einstellung der Jugend

Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski (81) sprach von einer Zeitenwende. Die Doppelkrise von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg habe bei der Jugend eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. In Not- und Krisenzeiten erfahre die soziale Pflicht eine andere Wertschätzung, weil sie mit Sinn und persönlicher Herausforderung verbunden sei. „Der explosive Anstieg der jugendlichen Pflichtjahr-Anhänger (...) beweist, dass die junge Generation in Krisenzeiten bereit ist, mehr soziale Verantwortung zu übernehmen“, stellte Opaschowski fest.

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