Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (vorne) steht am Ufer der Ahr, Der Bundespräsident war 2021 ins Ahrtal gereist, um sich erstmals persönlich einen Eindruck von den Schäden der Flutkatastrophe und dem Wiederaufbau zu machen. Solche Extremwetterereignisse kommen immer häufiger vor und kosten sehr viel Geld.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (vorne) steht am Ufer der Ahr, Der Bundespräsident war 2021 ins Ahrtal gereist, um sich erstmals persönlich einen Eindruck von den Schäden der Flutkatastrophe und dem Wiederaufbau zu machen. Solche Extremwetterereignisse kommen immer häufiger vor und kosten sehr viel Geld.

Foto: dpa

Wirtschaft
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Studie: Klimawandel kostet in Deutschland jährlich 6,6 Milliarden

Von Nordsee-Zeitung (dpa)
18. Juli 2022 // 13:49

Versicherer registrieren es seit langem: Der Klimawandel verursacht auch in Deutschland hohe Kosten - zum Beispiel durch häufiger auftretendes Hochwasser.

Extrem hohe jährliche Kosten in Deutschland

Der vom Menschen verursachte Klimawandel hat in Deutschland seit 2000 durchschnittlich Schäden in Höhe von 6,6 Milliarden Euro pro Jahr verursacht. Insgesamt waren es Kosten von mindestens rund 145 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beauftragtes Projekt zu den Kosten der Klimawandelfolgen in Deutschland, das am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Tatsächliche Schadenssumme noch höher

Hierbei handelt es sich den Angaben zufolge nur um einen Teil der aufgetretenen Schäden. Die tatsächliche Schadenshöhe liege noch über der genannten Summe. Denn manche Schäden wie etwa der Verlust an Biodiversität ließen sich nicht in Geld umrechnen. Bei anderen gehe dies zwar theoretisch, aber es gebe dafür derzeit keine geeigneten Datengrundlagen oder Methoden. Ein Großteil der Schäden sei durch Extremwetterereignisse entstanden, für die der Einfluss des voranschreitenden Klimawandels klar belegt sei.

80 Milliarden Euro durch Extremwetter-Ereignisse

Die Prognos-Studie beziffert die Schäden durch die Dürre- und Hitzesommer 2018 und 2019 auf 34,9 Milliarden Euro und durch das Extremhochwasser im Juli 2021 auf 40,5 Milliarden Euro. Zusammen mit den Schäden durch vereinzelte weitere Hagel- und Sturmereignisse von rund 5,2 Milliarden Euro ergebe sich ein Gesamtschadensausmaß durch Extremwetterereignisse von mehr als 80 Milliarden Euro.

Mehr wetterbedingte Todesfälle

Die hohe Zahl an heißen Tagen führe auch zu einer statistisch sichtbaren Übersterblichkeit. Die hohe Hitze in den Jahren 2018 und 2019 habe zu insgesamt mindestens 7500 Todesfällen geführt. Bei der Sturzflut von Ahr und Erft im vergangenen Jahr seien 183 Menschen gestorben - mehr als bei allen anderen Stürmen, Hochwasserereignissen und ähnlichen Katastrophen seit dem Jahr 2000 zusammen.

Habeck: Deutlich mehr Klimaschutz notwendig

Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) zog aus den Ergebnissen zwei Schlussfolgerungen: „Erstens, wir müssen die Folgen der Klimakrise weltweit auf einem erträglichen Niveau halten.“ Das gehe nur mit deutlich mehr Klimaschutz. „Zweitens, brauchen wir eine verlässliche Klimaanpassungsstrategie, die unsere Bevölkerung, unsere Infrastruktur und unsere Wirtschaft vor Hitze, Hochwasser und starken Wetterschwankungen schützt.“

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