Die Verdichterstation in Mallnow nahe der deutsch-polnischen Grenze übernimmt vorwiegend russisches Erdgas. Deutschland ist auch weiterhin stark von russischen Energie-Importen abhängig.

Die Verdichterstation in Mallnow nahe der deutsch-polnischen Grenze übernimmt vorwiegend russisches Erdgas. Deutschland ist auch weiterhin stark von russischen Energie-Importen abhängig.

Foto: dpa

Politik

Studie: Deutschland ist Russlands größter Energiekunde

Von nord24 / AP
28. April 2022 // 10:57

Deutschland hat Russland auch seit Beginn des Ukraine-Krieges weiter fleißig Geld für importiertes Gas überwiesen. Und zwar mehr als alle anderen Länder.

Fast zehn Milliarden Euro seit Kriegsbeginn

Etwa 9,1 Milliarden Euro hat Deutschland seit Beginn des Ukraine-Krieges für fossile Energieträger an Russland bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt. Damit war es nach Angaben des finnischen Centre for Research on Energy and Clean Air (Crea) bei diesen Gütern Russlands größter Kunde, gefolgt von Italien und China, die von Russland für 6,9 Milliarden beziehungsweise 6,7 Milliarden Euro Energieträger kauften.

71 Prozent der russischen Energie-Erlöse kommen aus der EU

Insgesamt nahm Russland der Studie zufolge seit Beginn des Krieges am 24. Februar durch den Verkauf von Gas, Öl und Kohle 63 Milliarden Euro ein. Davon kamen rund 44 Milliarden aus der EU, das entspricht 71 Prozent der Erlöse.

„Plausible Daten“

Das Institut nutzte für seine Studie Daten über Schiffsbewegungen, den Gasdurchfluss durch Pipelines und Schätzungen auf der Basis früherer Angaben. Die nicht an der Studie beteiligte Wirtschaftsforscherin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung nannte die Zahlen plausibel - auch mit Blick auf die in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Energiepreise. Im vergangenen Jahr habe Deutschland insgesamt rund 100 Milliarden Euro für den Import von Öl, Kohle und Gas bezahlt, ein Viertel davon an Russland.

Internationale Kritik an Deutschland wächst

Deutschland bezieht derzeit 35 Prozent seines Erdgases aus Russland und steht deswegen international in der Kritik. Kempfert sagte, das Versprechen der Bundesregierung, bis 2035 Strom nur noch aus erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen, sei zwar zu begrüßen. Doch solange Deutschland fossile Energieträger in Russland oder bei anderen autokratisch regierten Staaten kaufe, untergrabe es eine Glaubwürdigkeit und seine Energiesicherheit.

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